Krisenübung = Selbstbeweihräucherung?
In letzter Zeit erreichen uns immer mehr Anfragen für „geskriptete“ Krisenübungen, also Übungen wo dem Team bereits im Vorfeld der Ablauf / das „Storybook“ bekannt gegeben wird. Wir geben gerne unseren Senf dazu…
Geskriptete Krisenübungen sind am ersten Blick verlockend, man kennt das Drehbuch bzw. das Szenario und die Abläufe bereits im Vorfeld und kann sich in Ruhe Gedanken dazu machen. Leider bleibt aus unserer Sicht jedoch der „Trainingserfolg“ und die „Lessons Learned“ auf der Strecke.
Train as you fight...
Warum trainieren Einsatzkräfte regelmäßig unter möglichst realen Bedingungen? Warum trainiert die Feuerwehr mit „Echtfeuer“, der Rettungsdienst mit Kunstblut und Darstellern bzw. die Polizei in Szenarien mit „Tätern“ als Gegner? Um möglichst Nahe an der Realität zu sein. Um den Stress, den Druck zu spüren, Abläufe auf Herz und Nieren zu testen, die Ausrüstung und Ausbildung auf den Prüfstand zu stellen,….
Und jetzt Hand aufs Herz, wie trainieren wir unser Krisenmanagement?
Jeder hat im Vorfeld monatelange den Terminblocker der Krisenübung im Kalender, das Team findet sich gemütlich um 09.00 Uhr im vorbereiteten Krisenraum ein und dann gehts gemütlich los. In letzter Zeit wünschen sich immer mehr Unternehmen, wie schon erwähnt, dass sogar Szenario mit detaillierten Einspielungen im Vorfeld bereits zu kennen. Mach das noch Sinn? Oder mutiert das Krisentraining eher zur Selbstbeweihräucherung? Wo bleibt der Lerneffekt, wo bleibt der Realismus?
Sie nehmen sich die Möglichkeit, wertvolle „realitätsnahe“ Erfahrungen und Erkenntnisse zu sammeln sowie die eine oder andere Stolperfallen zu erkennen. FEHLER unter „Laborbedingungen“ zu machen, dafür ist die Krisenübung da! Trainieren Sie die Abläufe wie es auch in der Realität passieren wird/geplant ist. Von der Ebene Mitarbeiter:In bis zum Management-Board. Alarmierungsprozesse, Aufbau ihrer Kriseninfrastruktur (Krisenräume in Betrieb nehmen), Informations- und Meldewege, Krisenkommunikation, ….