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 In Allgemein, K-Rückblick

  Am 2. Dezember 1999 um ca. 18:30 kam es zu einer Explosion. Ein dreistöckige Wohnhaus mit 12 Wohnungen brach in sich zusammen und hinterließ einen acht Meter hohen und 40 Meter langen Schuttkegel…. Das Wohnhaus im niederösterreichischen Wilhelmsburg wurde 1999, 30 Jahre nach seiner Erbauung, renoviert. Gegen Ende der Arbeiten sollten am 2. Dezember 1999 Blitzschutzanlagen installiert werden. Ein Monteur bohrte, weil ihm keine genauen Pläne vorlagen, versehentlich eine Gasleitung an. Ein herbeigerufener EVN-Mitarbeiter war rasch am Ort des Geschehens und führte Messungen durch. Im Keller des Gebäudes enthielt das Luftgemisch 20 Prozent Gas. Der EVN-Mitarbeiter öffnete daraufhin einige Fenster, drehte den Strom ab und ließ das Haus evakuieren. Kurze Zeit später traf ein weiterer Techniker der EVN ein und dichtete das defekte Rohr ab.

Die folgenden Gasmessungen ergaben keine erhöhte Gasdichte, den Bewohnern wurde das Betreten des Hauses wieder erlaubt und der Strom wurde aufgedreht.  Um ca. 18:30 Uhr,  etwa 40 Minuten nach dem Einschalten des Stroms, kam es zur Explosion. Das dreistöckige Wohnhaus mit 12 Wohnungen brach in sich zusammen. Um Überlebende durch schwere Maschinen nicht zu gefährden, musste der gesamte Schuttkegel händisch abgetragen werden.

Zunächst wurde von bis zu 40 Verschütteten ausgegangen, da nach der Evakuierung jedoch noch nicht alle Bewohner in ihre Wohnungen zurückgekehrt waren, befanden sich nur 15 Personen zum Zeitpunkt der Explosion im Gebäude. Vier Personen konnten sich kurz nach der Explosion selbst befreien. In den darauffolgenden 30 Stunden konnten zwei Personen lebend gerettet werden: Einer älteren Frau, deren Beine zwischen zwei Betonplatten eingeklemmt waren, mussten beide Beine vor Ort amputiert werden. Sie verstarb vier Wochen darauf im Krankenhaus. 

Um 04:18 Uhr stießen Feuerwehrmitglieder plötzlich auf ein Mädchen, allerdings tief unten. Volle zwei Stunden dauerte es, bis das Mädchen befreit war, doch ihr ging es gut, außer Quetschungen an den Beinen war alles in Ordnung. Die Freude der Einsatzkräfte war enorm! Neun Personen konnten nur mehr tot geborgen werden.

2001 mussten sich der Monteur der Blitzschutzanlage und zwei EVN-Techniker wegen fahrlässiger Gemeingefährdung mit Todesfolge in zehn Fällen vor einem Strafrichter verantworten. Die beiden Techniker wurden mit je zwei Jahren Haft bestraft, davon ein Monat unbedingt. Der Monteur erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren, die komplett zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Sachverständigen des Gerichtes hatten 13 Fehler der Männer aufgezeigt, die in Summe das Unglück verursachten. Neben dem Anbohren der Gasleitung durch den Monteur trafen die EVN-Techniker vor allem falsche Entscheidungen. Sie öffneten zu wenige Fenster und stoppten die Gaszufuhr nicht. Zudem führten sie die Gasdichtemessungen nach dem Beheben des Defektes an zu wenigen und den falschen Stellen durch…


Links:
http://www.feuerwehr-wilhelmsburg.at/einsatz_detail.php?men_id=2&subcat_id=2&cat_id=2&id=3&tab_name=grossuebung&men_vis=7 https://de.wikipedia.org/wiki/Gasexplosion_in_Wilhelmsburg_1999

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