In MKI - Monatliches Kriseninterview

Unser Kriseninterview für April haben wir mit Brigadier Mag. Dr. Walter Feichtinger, Leiter Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement der Landesverteidigungsakademie geführt.

Aus Krisen lernen und gestärkt daraus hervorgehen

Emerisis: Was heißt für Sie Krise?

Walter Feichtinger: Eine Krise stellt eine negative Abweichung vom Normalzustand dar. Sie erfordert erhöhte Aufmerksamkeit und möglicherweise einen verstärkten Einsatz von Ressourcen. Eine Krise bietet aber auch die Gelegenheit, zu lernen und gestärkt daraus hervor zu gehen.

Kühlen Kopf bewahren, Auswirkungen erfassen

Emerisis: Was ist für Sie das Wichtigste in einer Krise?

Walter Feichtinger: Einen kühlen Kopf bewahren, um die Ursachen, das vermutliche Ausmaß und die möglichen Auswirkungen einer Krise zu erfassen. Dann können die Gegenmaßnahmen in angemessener Form gesetzt werden. Selbst wenn keine Handlungen erforderlich sein sollten ist das zu kommunizieren, um nicht den Anschein von  Handlungsunfähigkeit oder gar Ohnmacht zu erwecken.

Ignorieren ist kein tauglicher Ansatz

Emerisis: Wie kommt man am besten aus einer Krise?

Walter Feichtinger: Indem man sie bewältigt.  Dabei kann es sehr hilfreich sein, sich mit Vertrauenspersonen auszutauschen, die schon vergleichbare Situationen erlebt haben oder einfach, um nicht den Überblick zu verlieren oder sich „zu verrennen“. Ignorieren ist kein tauglicher Ansatz, aber sich an ähnliche Erlebnisse zu erinnern, die man bewältigt hat, kann die erforderliche Motivation bringen.

Bildquelle: Österreichisches Bundesheer (http://www.bundesheer.at/)

Brigadier Mag. Dr. Walter Feichtinger ist im Verteidigungsministerium und seit 2002 Leiter des Instituts für Friedenssicherung und Konfliktmanagement der Landesverteidigungsakademie. Neben seiner Mitgliedschaft in der Wissenschaftskommission des Bundesministeriums für Landesverteidigung ist er in nationalen und internationalen Wissenschafteinrichtungen vertreten. Nach Abschluss der Theresianischen Militärakademie war Dr. Feichtinger 1979 als Offizier in verschiedenen Funktionen in NÖ tätig. Nebenberuflich schloss er 1998 das Studium der Politikwissenschaft und Publizistik zum Mag. phil. ab. 2001 und 2002 war Brigadier Feichtinger als sicherheits- und verteidigungspolitischer Berater im Bundeskanzleramt tätig. 2002 promovierte er mit einer Dissertation zum Thema Internationale Politik.

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